Einfluss simulierter Magensäure auf dentale Keramiken: Zirkoniumdioxid zeigt die höchste Resistenz und Stabilität
Magensäure im Mundraum kann dentale Keramiken verändern – doch nicht alle Materialien reagieren gleich: Zirkoniumdioxid zeigt eine überlegene Resistenz und Stabilität, so das Fazit der systematischen Literaturübersicht von Rodrigues et al. (2025).
Beeinflusst die Immersion in simulierte Magensäure (SGA) die Oberflächenrauheit, Mikrohärte, Bruchfestigkeit und Farbveränderung dentaler Keramiken in der prothetischen Anwendung? Dieser Frage sind Rodrigues et al. (2025) nachgegangen und haben eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um den Einfluss simulierter Magensäure auf die Oberflächen sowie mechanischen Eigenschaften dentaler Keramiken zu untersuchen.
Im Rahmen der Übersichtsarbeit wurden insgesamt 2111 Studien gesichtet, von denen 22 die definierten Einschlusskriterien erfüllten. Berücksichtigt wurden In-vitro-Studien, die den Effekt von SGA auf mindestens eine relevante Materialeigenschaft – darunter Oberflächenrauheit, Mikrohärte, Bruchfestigkeit und Farbveränderung – analysierten.
Untersucht wurden folgende Keramiken:
- Zirkoniumdioxid
- Lithiumdisilikat
- polymerinfiltrierte feldspathische Keramiken
- feldspathische Keramiken
- zirkonoxidverstärkte Lithiumsilikate
- leucitverstärkte Keramiken
Die Auswertung der eingeschlossenen Studien ergab:
- Veränderungen der Oberflächenrauheit sind materialabhängig; feldspathische Keramiken zeigen die grösste Anfälligkeit, während Zirkoniumdioxid die höchste Stabilität aufweist.
- Die Mikrohärte nimmt bei den meisten keramischen Werkstoffen tendenziell ab.
- Die Bruchfestigkeit bleibt überwiegend unbeeinflusst; lediglich vereinzelt wurden Reduktionen berichtet.
- Zirkoniumdioxid weist die höchste Farbstabilität auf.
Die untersuchten Proben unterschieden sich hinsichtlich Form und Dimension, was auf Variationen im Studiendesign und in den Prüfprotokollen zurückzuführen ist. Die Mehrheit der Studien zeichnete sich durch eine adäquate Ergebnisdarstellung, fundierte statistische Auswertung sowie standardisierte Prüfverfahren aus (>90 %).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Exposition gegenüber simulierter Magensäure die Oberflächen-, mechanischen und optischen Eigenschaften dentaler Keramiken beeinflussen kann. Zirkoniumdioxid sowie polymerinfiltrierte Keramiken zeigen jedoch eine vergleichsweise hohe Resistenz und Stabilität.
Den Volltext der Übersichtsarbeit finden Sie hier (>).
Referenzen
Rodrigues GF, Nogueira IAD, de Meneses NE, Fontenele ALD, Silvestre FA, Moreira ACL, Fiamengui LMSP, Pontes KMF, Peixoto RF. Effects of gastric acid on surface roughness, microhardness, fracture strength, and color change of dental ceramics: A systematic review of in vitro studies. J Prosthodont. 2025 Nov 15. doi: 10.1111/jopr.70057. Epub ahead of print. PMID: 41241767.
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